Blockchain-Firmen wollen gemeinsamen „Verhaltenskodex” für Kryptobranche festlegen

Blockchain-Firmen wollen gemeinsamen „Verhaltenskodex” für Kryptobranche festlegen <

Zehn Fintech-Unternehmen haben gemeinsam den Verband der Digitalen Wertanlagen (ADAM) gegründet, in dessen Rahmen sie einen „Verhaltenskodex“ für die Kryptobranche gestalten wollen.  Der Projektstart wurde am 27. November in einer entsprechenden Pressemitteilung angekündigt.

Zu den Gründungsmitgliedern der „Association for Digital Asset Markets“ gehören der Vermögensverwalter Galaxy Digital von Mike Novogratz, der Finanzdienstleister BTIG, das Fintech-Unternehmen Paxos (das zuletzt den Stablecoin PAX herausgegeben hat) sowie der Krypto-Dienstleister GSR.

Laut Pressemitteilung will ADAM sich auf die Zusammenarbeit mit den Regulierungsbehörden konzentrieren, wodurch „umfassende Standards“ für Teilnehmer der Kryptomärkte formuliert werden sollen.

Mit diesen Standards soll gleichzeitig auch eine verbesserte Transparenz geschaffen werden, gegenüber den Behörden, gegenüber der Politik und ebenso gegenüber der breiten Öffentlichkeit. Ein weiterer Nebeneffekt ist, dass damit etwaiger Marktmanipulation vorgebeugt werden kann.

Duncan Niederauer, ehemaliger Geschäftsführer der New York Stock Exchange (NYSE) und Beiratsmitglied von ADAM, wird wie folgt zitiert:

„Regeln sind grundlegender Bestandteil eines jeden Marktes. Vor mehr als 200 Jahren kamen die führenden Teilnehmer des Aktienmarktes zusammen, um die Regeln zu entwerfen, die zur Gründung der New Yorker Börse geführt haben. Die Geburtsstunde der Digitalwährungen erfordert einen ähnlichen Schritt, einen Schritt, der die Regeln deutlich bestimmt und damit den Anlegern sowie den Behörden das nötige Vertrauen gibt, um den Markt nachhaltig zu gestalten.“

Der Verhaltenskodex von ADAM soll „komplementär“ zu bestehenden Gesetzen und Regulierungsvorschriften sein, wodurch „faire und ordnungsgemäße Kryptomärkte gefördert werden sollen, auf denen Anleger mit Vertrauen handeln können“.

Konkret soll der Kodex Richtlinien bezüglich „Marktintegrität, Risiko-Management, Sorgfaltspflicht (KYC), Maßnahmen gegen Geldwäsche (AML), Depot-Verwahrung, Buchhaltung, Geschäftserfüllung, Marktmanipulation, Datenschutz und Forschung“ enthalten.

Im Oktober hatte der Krypto-Service Circle angekündigt, als Gründungsmitglied bei Global Digital Finance (GDF), einer ähnlichen Organisation der Kryptobranche, mitzuwirken. Die GDF entwickelt ihren eigenen „Verhaltenskodex“ für Krypto-Vermögenswerte, der ebenfalls als eine Art „Regelbuch“ wirken soll, das Standards im Hinblick auf Bargeld-Verwahrung, Risiko-Management, Zusammenarbeit mit Kunden und Behörden, sowie Wettbewerbsführung verfasst.